Als EA Need for Speed: Nitro als
eigens für Wii und DS entwickeltes Spiel vorstellte war ich als Wii-Spieler
froh. Denn eine massiv heruntergeschraubte Version vom HD-Shift wäre mit
den „großen" Versionen verglichen worden - und wäre defintiv nicht als Sieger
hervorgegangen. Auch wenn sich EA auf HD-Systemen um einen realistisches
Spielerlebnis bemüht und damit im Revier von Gran Turismo und Forza
Motorsport wildert, muss der Nintendo-exklusive Arcade-Anstrich ja per se
nichts schlechtes sein, denn die Wurzeln der beliebten Serie liegen defintiv in
diesem Bereich. Ist der Schritt „zurück in die Zukunft" für EA gelungen? Diese
Frage wollen wir in diesem Review der Wii-Version beantworten.
Da es bei Rennspielen generell
darum geht, der beste Fahrer zu werden, den die Rennsportwelt bislang gesehen
hat, wollen wir keine Worte über eine mögliche Story verlieren, sondern gleich
zur Sache kommen. Schon vor dem Start des allerersten Rennens stellt man schnell fest: Das Wörtchen „Arcade" wird hier ganz groß geschrieben. Auch wenn man
zwischen "echten" Fahrzeugen wählen darf, fällt sofort das aggresive Design mit
riesigen Felgen und monströsen Spoilern auf. Hinzu kommen kräftige Farben und
bissige Motorengeräusche. Überhaupt ist Need for Speed: Nitro optisch recht ordentlich. Klar, viele Details werden insbesondere abseits der
unmittelbaren Strecke nicht geboten, dank dem sehr guten Geschwindigkeitsgefühl
fällt dies aber so gut wie nicht auf.
Im Karriere-Modus, welcher aus
unterschiedlichn Cups besteht, rast man in diversen Wettbewerben durch Städte
wie Rio de Janeiro, Dubai oder Singapur. Zu den Wettberwerben zählen unter
anderem normale Rundkursrennen, Drag-Rennen sowieso beispielsweise auch die
Radarfallen-Challenge, bei der es darum geht an bestimmten Stellen einer Strecke
geblitzt zu werden - und dabei sollte man natürlich so schnell wie nur möglich
sein. Je nach Wettbewerb verdient man sich bis zu fünf Sterne. Bis zu drei
davon gibt es für die Platzierung, einen weiteren für eine bestimmte Rundenzeit
und den letzten für eine bestimmte Anzahl an Style-Punkten. Letztere gibt es
unter anderem für heiße Drifts und das Markieren der Strecke. Markieren der
Strecke? Der Erstplatzierte färbt immer die umliegenden Gebäude ein! Aber
zurück zu den Sternen. Durch Sammlung dieser schält man neue Fahrzeuge,
Wettbewerbe und nicht zuletzt Städte frei.
Neben dem Karriere-Modus darf man
noch ganz unkompliziert im Arcade-Modus durch die Städte düsen oder gegen bis
zu drei Freunde im Mehrspielermodus antreten. Dabei stehen immer manigfaltige
Steuerungsoptionen zur Verfügung. Ob Wiimote (im Wii Wheel), Wiimote und
Nunchuck, Classic Controller oder GameCube-Pad, hier sollte jeder sein
Eingabegerät finden. Das Gameplay an sich fällt sehr „arcadig" aus und ist vom
Fahrgefühl her einem Mario Kart erheblich ähnlicher als einem Gran
Turismo. Hinzu kommt die Polizei. Je aggresiver man fährt, desto höher das
Fahndungslevel und desto härter die Gesetzeshüter. Da hilft oft der
namensgebende Nitro-Boost oder eine neben dem Werkzeug (repariert Schäden am
Fahrzeug) auf der jeweligen Strecke aufsammelbare Polizeimarke, welche das
eigene Fahndungslevel senkt und die Cops gegebenfalls sogar noch auf einen der
Gegner hetzt.
Die Polizei verhält sich leider fast schon zu aggresiv, was insbesondere
kurz vor der Ziellinie immer mal wieder den Sieg kosten wird. Des Weiteren kann
das Spiel verdammt schwer sein. Zwar gibt es insgesamt genügend Sterne, um in
der Karriere foranzuschreiten, aber das Spiel mit 100% abzuschließen ist
extrem schwer und frustrierend, was insbesondere an Wettbewerben wie
Drift-Challenges und Zeitfahren liegt, welche fast schon umverschämt hohe Ziele
haben, die es zu erreichen gilt. Des weiteren gibt es zu wenige Strecken, welche
sich zudem auch noch allesamt ziemlich ähnlich fahren. Letztendlich hätten
umfangreiche Tuning-Optionen super zum Spiel gepasst. Diese gibt es auch -
allerdings leider nur in optischer Hinsicht, Leistungstuner kommen nicht zum Zuge!
Fazit:
Mit Need for Speed: Nitro ist EA ein sehr
solider, spaßiger Arace-Racer gelungen. Dinge wie ein unausgeglichener
Schwierigkeitsgrad, ein mäßiger Umfang und fehlendes Leistungstuning verhindern
aber letztendlich das Hit-Prädikat. Dennoch dürfen Fans von Arcade-Rennspielen
zugreifen - nicht nur, da es auf der Wii keine große Konkurrenz gibt.Simon