Darauf haben alle ‚Gran Turismo’-Fans gewartet, endlich
einen Ableger der Serie auf die PSP zu bekommen. Von der Ankündigung, bis zum
letztendlichen Release vergingen locker 4 Jahre. Zwischenzeitlich dachte man
sogar Polyphony Digital hat die Entwicklung eingestellt um sich ‚Gran Turismo
5’ für die PlayStation 3 vollends widmen zu können. Doch weit gefehlt, denn
hinter den verschlossenen Türen der Entwicklerschmiede werkelte man emsig
weiter an der Hosentaschenvariante von ‚Gran Turismo’. Das fertige Produkt
rotierte nun bereits einige Tage in unserer Redaktions-PSP. Nachfolgend gibt’s
unsere Spieleindrücke.
Die Mutter aller Rennspiele ist zurück…
Das zumindest erwartet jeder begeisterte Zocker, der den
Namen ‚Gran Turismo’ liest. Doch bei der PSP-Fassung eines gleich vorweg: man
bemühte sich bei Polyphony wahrlich einen Hosentaschen-Racer zu erschaffen,
d.h. es gibt keinen umfangreichen Karriere-Modus wie in der
Heimkonsolen-Version. Doch das Spiel ist deshalb nicht schlecht. Lest einfach
unseren Bericht.
Im Hautpmenü angekommen findet Ihr folgende
Auswahlmöglichkeiten. Als da wären: ‚Einzelspieler’ wie der Name schon sagt,
wählt Ihr Euch in dieser Spielvariante einen fahrbaren Untersatz, eine Strecke
und wählt die Rundenzahl, anschließend geht’s auf die virtuelle Rennpiste. Der
zweite große Spielbestandteil sind die ‚Herausforderungen’. Ähnlichwie in den bisherigen Ablegern findet Ihr
hier eine Vielzahl an Fahrprüfungen. Angefangen von stupiden Beschleunigungs-
und Bremsübungen, bis hin zu anspruchsvollen Überholmanövern hat auch das
PSP-Gran Turismo einiges zu bieten.
Fuhrpark satt
Insgesamt bietet der Titel über 800 Fahrzeuge und 35
Strecken. Besonders praktisch: die in der mobilen Variante erspielten Fahrzeuge
werden zum ‚Gran Turismo 5’-Start in die Datenbank des ‚großen Bruders’
überspielbar sein. Das ist wahrscheinlich auch der einzige Grund, warum man
langfristig motiviert ‚Gran Turismo Mobile’ zocken wird. Denn aufgrund des
fehlenden Karriere-Modus’ fragt man sich nach dem erfolgreichen beenden der
‚Herausforderungen’ zu recht, was einen längerfristig am Handheld hält. Denn
man kann seine Fahrzeuge im Spiel nicht etwa durch Siege gewinnen, sondern muss
sie alle mühsam kaufen. Und wäre das alles noch nicht schlimm genug, bekommt
Ihr beim Besuch des Autohändlers womöglich erste graue Haare. Denn anders als
üblich, bekommt Ihr immer nur eine handvoll Händler zu Gesicht, die so
genannten ‚Händler des Tages’.
Somit seid Ihr gezwungen noch weitere Rennen zu fahren um
einen weiteren virtuellen Renntag rum zu bekommen, damit am nächsten ‚Tag’
andere Fahrzeughersteller zur Verfügung stehen. Weiterhin kann man auf Anhieb
leider auch nicht sehen, welche Autos man bereits besitzt. So gestaltet sich
der gezielte Aufbau seiner Sammlung als schwierig. Leider vermisst man auch ein
richtiges Tuning der Boliden, was einmal mehr die Handheld-Spielausrichtung
unterstreicht.
Das Fahrgefühl hat Polyphony perfekt auf die PSP übertragen.
Die Boliden lassen sich sehr gut um die Kurven lenken. Man merkt, welches Spiel
man vor sich hat.
Technik-Gott?
Technisch betrachtet ist ‚Gran Turismo Mobile’ mit das
Beste, was der Handheld zu bieten hat. Zwar erkaufte man sich die opulente
Wagenoptik durch das weglassen einiger Details und lediglich 3 Gegner auf der
Strecke, jedoch sind die Rennen bzw. Wiederholungen eine wahre Augenweide. Die
Fahrzeuge haben schicke Texturen spendiert bekommen und auch Umgebungsdetails
wie Bäume, sehen wirklich schick aus. Lediglich die Zuschauer am Streckenrand
sind in der mobilen Fassung lediglich starr und leblos. Leider haben sich auch
einige Grafikfehler eingeschlichen. So kommt es vor, dass Ihr auf manchen
Strecken weiße Grafikblitzer zu Gesicht bekommt. Ein besonderes Lob verdient
Polyphony allerdings für die Framerate, denn GT läuft mit butterweichen 60
Bildern pro Sekunde über den PSP-Screen.
In Sachen Sound gibt sich das Spiel ebenfalls keine Blöße.
Die Motorensounds unterscheiden sich je nach Modell und wissen zu gefallen. Als
weiteres Feature ist es möglich während der Rennen seine eigene Mp3-Musik vom
Memory Stick ins Spiel einzubinden.
Seit erscheinen der PSP gehen wir in jedem Test auch auf die
Ladezeiten ein. Bei ‚Gran Turismo’ hat Polyphony im wahrsten Sinne des Wortes
den Vogel abgeschossen. Denn vom bestätigen des Rennen im Menü bis zum
tatsächlichen Rennstart vergehen fast 50 Sekunden. Das ist ein absolutes no go!
Zwar ist das sicherlich für die schicke Optik zu verschmerzen, jedoch nervt es
ungemein zwischen den ‚Herausforderungen’, wo das Rennen schon nach wenigen
Sekunden vorbei ist und man praktisch mehr im Ladebildschirm sitzt als man
eigentlich spielt.
Auch ein Mehrspieler-Modus via Ad-Hoc ist vorhanden. Sind also Freunde samt PSP in der Nähe könnt Ihr auch gegeneinander antreten.
Fazit:
‚Gran Turismo Mobile’ ist zweifelsohne eines der besten
PSP-Spiele aller Zeiten, dies aufgrund der schicken Optik, der opulenten
Fahrzeugauswahl (über 800 Karren)und
der vielen Strecken. Untypisch für die Serie, vermisst man den Karriere-Modus.
Dies könnte aber daran liegen, dass es sich um ein PSP-Spiel handelt, welches
nur mal ‚zwischendurch’, z.B. in der Bahn oder der Pause zum Einsatz kommt.
Weiterhin nicht gefallen haben uns die üppigen Ladezeiten. 50 Sekunden bis zum
Spielstart sind einfach zu viel. Dennoch: die Optik und das GT-Fahrgefühl
entschädigt. Fan’s schlagen zu!