Auch wenn das
typische Wii-Spiel tatsächlich mit Begriffen wie „bunt", „familienfreundlich"
oder auch „stilisiert" (im Sinne eines Comic-Looks)beschreiben wird, findet man in den
Händlerregalen doch auch Titel, die mit den entsprechenden Gegenteilen beschrieben
werden können. Einige dieser Titel haben sich zwar ordentlich verkauft - u.a. Resident Evil: The Umbrella Chronicles - sind aber im Vergleich zu PS360-Spielen in spielerischer Hinsicht stark limitiert.So dürfen Wii-Spieler im
genannten Beispiel z.B. nicht selbst laufen., sondern müssen sich mit einem simplen Rail-Shooter zufriedengeben.
Dass es auch anders geht, zeigte Deep Silver und kündigte vor
einiger Zeit Cursed Mountain an und versprach ein vollwertiges
Horror-Spiel - exklusiv für die Wii. Ähnliche Versprechungen machten bereits viele,
erfüllt wurden sie jedoch fast nie. Macht das in Österreich entwickelte Spielda eine Ausnahme?
Die Story von Cursed Mountain ist in den späten 80er Jahren angesiedelt. Alles dreht sich um einen
fiktiven Berg im Himalaya, dem Chomolonzo, einem mehr als 8.000 Meter hohen
Giganten, dessen Gipfel noch nie erklommen wurde. Frank Simmons wollte dies im
Auftrag des bekannten Expeditions-Organisators Edward Bennett ändern und
verschwand beim Versuch spurlos. Sein älterer Bruder, Eric Simmons, macht sich deshalb
auf ins höchste Gebirge der Welt um Antworten auf den Verleib seines Bruders zu
finden. Und auf dieser Reise übernimmt der Spieler die Rolle von Eric...
Beginn der Reise ist die Stadt Lhando, welche am Fuße des Chomolonzo
liegt. Schon hier wird klar, dass die eigens für dieses Spiel entwickelte
Grafikengine mehr aus der Wii herausholt, als die meisten anderen Titel. Auch
wenn so manche Textur bei genauerem Hinsehen matschig ausschaut, macht die Optik
insgesamt einen hervorragenden Eindruck. Die Stärke der Engine liegt neben den
tollen Partikeleffekten vor allem auch in der Weitsicht. An manchen Punkten im
Spiel kann man den Weg sehen, den man bisher gegangen ist, und den, der noch
vor einem liegt. Ja, man kann tatsächlich die ganze Spielewelt sehen. Zudem
wird innerhalb der einzelnen Kapitel, welche oft alles andere als klein sind,
niemals geladen. Ebenfalls früh wird jedoch auch deutlich, dass die
Laufanimationen insbesondere beim Rennen etwas seltsam ausschauen.
Spielerisch gibt sich das Spiel prinzipiell nicht besonders komplex. Das
Spiel ist insgesamt sehr linear und in der Regel ist man entweder mit Bekämpfen
von Geistern oder Laufen beschäftigt. Hin und wieder werden einfache
Geschicklichkeitsaufgaben in Form des Bergsteigens eingestreut.
Wie bereits erwähnt wird im Spiel des öfteren gekämpft. Neben diversen
Dämonen, welche als Bosse fungieren, gibt es zwei verschiedene Arten von Geistern.
Diese beackert man entweder durch Nahkampfangriffe oder mit
vermeintlichen „Schusswaffen". Nein, Geister werden hier nicht mit Pistolen
& Co. bekämpft, sondern gewissermaßen mit einer Art „Energiestrahl". Diesen
kann man in der „3. Auge"-Sicht abfeuern. In genannter Perspektive sieht man
das Geschehen aus einer über-der-Schulter-Perspektive ähnlich wie in Resident Evil 4, wobei sich im Falle von Cursed Mountain ein Griselfilter über das Bild legt und die Umwelt praktisch in Grautöne reduziert wird, während schwarze Rauchpartikel im Raum zu scheben scheinen.
Ist ein Geist durch "Beschuss" oder Schläge genug geschwächt, kann
man ihn mit einer Kombination aus auf dem Bildschirm angezeigten Bewegungen
verbannen. Die Bewegungserkennung funktioniert dabei gut, wenn man weiß, wie
die Bewegungen auszuführen sind. Insgesamt hätte aber etwas mehr Toleranz bei
der Erkennung nicht geschadet. Auch wenn die Kämpfe im Spielverlauf immer schwieriger
werden, werden die Gegner immer nach dem selben Prinzip beackert. Das macht
alles anfangs durchaus Spaß, etwas mehr Abwechslung wäre jedoch wünschenswert gewesen, denn die Geister nach immer demselben "Ritual" zu bekämpfen, kann der ein oder andere eher als lästig wie als spaßig empfinden. Außerdem
gibt's im Spiel beispielsweise keine ‚echten' Rätsel, die den Spielablauf in anderer Hinsicht auflockern würden.
Doch das heißt noch lange nicht, dass das Spiel langweilig wäre oder das man
gar bereits vor dem Abspann die Lust verlieren würde. Den wahren Reiz macht die
spannende Story und die packende Atmosphäre aus. Der Plot ist nicht nur sehr
interessant, sondern auch ziemlich gut recherchiert - der geneigte Spieler wird
beim Spielen viel über den Buddhismus erfahren. Dies und auch der geniale Sound trägt zu der
überragenden Atmosphäre bei. Zwar schwächeln einige deutsche (!)
Synchronsprecher (die äußerst selten zu Wort kommen), insgesamt ist die audioseitige Untermalung aber sehr, sehr stimmungsvoll.
Dafür muss man allerdings auf vollanimierte Zwischensequenzen verzichten, stattdessen wird die Geschichte meist in Form von halbanimierten Standbildern weitererzählt, was aber je nach Geschmack nicht allzu schwer ins Gewicht fallen sollte.
Während die spielerische Abwechslung fehlt, wird diese im Rahmen des Settings optisch durchaus
geboten. So besucht man auf dem gut zehn Stunden langen Weg zum Gipfel
zahlreiche Orte, darunter eine Stadt, ein Dorf und verschiedene Klöster. Alle
Orte sind extrem stimmungsvoll gestaltet und vermitteln einen glaubhaften
Flair. Wie in bekannten Genrevertretern lassen sich auch überall diverse
Dokumente finden, die über einzelne Schicksale aufklären und reichlich
Hintergrundinfos liefern. Nicht zuletzt deshalb ist das Spieltempo auch eher
behäbig.
Fazit:
Das insgesamt etwas zu
eintönige Gameplay wird durch ein frisches Setting, eine spannende Story und
eine erstklassige Atmosphäre locker wettgemacht. Ich kann Cursed
Mountain jedem Freund von Horror-Spielen
nur empfehlen – und das nicht nur aus Mangel an Alternativen. Auf euch wartet
ein spannender, intensiver Bergtrip. Simon
+ Pro:
-Contra
tolle Weitsicht & Partikeleffekte
gut recherchierte Story
toller Sound
spannende Story
frisches Setting
erstklassige Atmosphäre
teils leicht schwammige Texturen
spielerisch doch etwas arg eintönig
manche deutsche Synchronstimmen sind schwach
8.0/10
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Simon
9.0 / 10
Wed 2 Sep 09
Mir persönlich hat das Spiel sehr gut gefallen, es traf genau meinen Geschmack. Aus der tollen Grafik und dem passenden Sound resultierte eine packende Atmosphäre. Dazu die spannende Story und die schönen Locations. Was will man mehr?