Wir schreiben
das Jahr 2003. In Tokyo öffnet Nintendos neustes Stuido – EAD Tokyo –
seine Pforten. Einige Monate später zeigten die Entwickler mit Donkey Kong Jungle Beat
eindrucksvoll wie man sich mit Bongos durch ein Jump’n’Run mit
klassischem 2D-Gameplay trommeln kann. Anschließend wollte man sich
erneut an einem kleineren Titel versuchen, doch Miyamoto ermutigte die
Damen und Herren sich an etwas großem zu versuchen. Heraus kam dabei
das brillanteste 3D-Jump’n’Run aller Zeiten....
One game to rule ‘em all...
Der Name des Spiels verrät schon, dass es Mario diesmal in die
Weiten des Weltalls verschlägt. Ganz einfach: Alle 100 Jahre feiert man
im Pilzkönigreich das Sternenstaubfest. Mario ist gerade auf dem Weg
ins Schloss um sich mit Peach das wundersame Naturschauspiel anzusehen.
Auf dem Weg trifft er auf zahlreiche Toads, die zu diesem Anlass
natürlich gut aufgelegt sind. Doch plötzlich hagelt es Bomben. Bowser
ist mit seiner Flotte angerückt um Peach samt ihrem Schloss
mitzunehmen. Mario will dies natürlich verhindern und schafft es gerade
noch so zum Schloss, bevor dieses aus der Erde gerissen wird. Im Himmel
wird der unerwünschte Gast von Kamek entdeckt und in die weiten des
Alls geschleudert. Dort trifft er nach kurzer Zeit auf Rosalina.
Letztere klärt Mario über die dunklen Pläne von Bowser auf und bietet
Mario ihre Hilfe an. Da das Weltall sehr weitläufig ist, kann man
natürlich nicht einfach kurz mal zu Bowser gehen und Peach befreien.
Dazu ist große Kraft notwendig, welche große Sterne aufbringen können.
Also muss Mario eben jene Sterne auftreiben, koste es, was es wolle.
„Die Disc platzt förmlich vor Ideen, kaum zu glauben das dies alles in nur einem einzigen Spiel enthalten ist.“
Wie in jedem anderen Jump’n’Run mit und um Mario ist die Story
simpel gestrickt. Aber mal ehrlich. Kommt es bei einem Jump’n’Run auf
die Story an? Nein. Was wirklich zählt sind Leveldesign, Abwechslung
und Steuerung. Und in jedem dieser Bereiche trumpft Super Mario Galaxy
auf, worauf ich nun genauer eingehen will. Im Spiel sind 120 Sterne
enthalten, diese verteilen sich auf einige „Universen“, welche wiederum
in Galaxien unterteilt sind. Grundsätzlich finden sich in jeder Galaxie
rund eine Hand voll Sterne und ein paar Planeten. Die ersten Galaxien,
die der Spieler besucht, haben viele kleine Planeten. Später werdet Ihr
aber auch größere Planeten besuchen, welche durchaus auch mal so groß
sei können wie so manches Level in Super Mario 64. Diese
erinnern dann auch vom Gameplay her an letzteren Meilenstein. Neu für
den Spieler werden hingegen die eher kleineren, runden Himmelskörper
sein. Betritt man zum ersten mal einen solchen Planeten, kommt einem
das Ganze ziemlich ungewohnt vor. Hier ist nicht nur die Grafik 3D,
sondern gleich der ganze Planet. Zudem strahlen die Himmelskörper auch
eine Schwerkraft aus, welche euch trotz Sprüngen immer wieder auf den
Boden der Tatsachen zurückholt. Das kann für so manchen Spieler
zunächst ziemlich gewöhnungsbedürftig sein, da man ohne Übung einfache
Aktionen wie Sprünge nicht exakt platzieren kann. Deshalb hat Nintendo
eine neue Drehattacke eingebaut. Per Wiimoteschwung kann der Spieler so
Gegner betäuben und den tödlichen Sprung so mit weniger Hektik
ansetzen. Nun aber wieder zurück zu den Planeten. Wie man sich denken
kann, lässt einem das Weltallszenario viel Freiraum für Ideen – und
diesen haben die Entwickler genutzt. Die Abwechslung ist riesig, denn
kein Planet gleicht dem anderen. So darf der Spieler über Yoshis Kopf
laufen, Eiswelten vom Berggipfel herab bewundern, über heiße Lava
hinweg fliegen, Wüsten erkunden oder Festungen erstürmen. Hinzu kommen
in den Welten verteilte Powerups, die Mario zur Biene, Feder oder sogar
zum Geist machen. Auch der Feuerblumen-Mario ist im Spiel zu finden,
seinen eisigen Gegenpart wird man ebenfalls kennen lernen. Und dann
wären da noch die Geschicklichkeitsgalaxien, in denen ihr auf einem
Mantarochen surft oder auf einem Ball durch einen Parcours rollt.
Besonders letztere Herausforderungen machen exzellenten Gebrauch von
den Fähigkeiten der Wiimote. Die Disc platzt förmlich vor Ideen, kaum
zu glauben, dass dies alles in nur einem einzigen Spiel enthalten ist.
Die Steuerung wirkt dabei nie aufgesetzt, so wird die Wiimote dezent
und intelligent eingesetzt. Dank Analogstick lässt sich Mario wie schon
zu N64-Zeiten punktgenau durch die Gegend navigieren. Neu im Spiel sind
zahlreiche kleine Sterne, welche über die wunderbaren Welten verteilt
sind. Per Pointerfunktion der Wiimote lassen sich diese aufsammeln. Für
50 dieser Sternchen gibt es ein Leben, welches eventuell nötig sein
wird, da Marios Leben schon nach drei Treffern ein Ende findet. Die
Sternchen lassen sich außerdem auch auf Gegner schießen, um diese für
einige wenige Sekunden unschädlich zu machen. Die Kamera ist dabei
übrigens in 99 % der Fälle schlichtweg perfekt. Und wenn sie das mal
nicht ist, lässt sie sich meistens per Steuerkreuz nachjustieren.
„Kaum ein Spiel wirkt so aus einem Guss, wie dieses Stück Software.“
Technisch ist Super Mario Galaxy - gerade für Wii
Verhältnisse - nicht weniger atemberaubend als spielerisch. Die
einzelnen Figuren und Gegner sehen überragend aus und sind so animiert,
dass man das Geschehen auch für einen gut gemachten Animationsfilm
halten könnte. Bump-Mapping & Co.? Für Mario sind das in seinem
ersten Wii-Abenteuer keine Fremdwörter. Hinzu kommt eine wunderschöne
Aussicht auf die umliegenden Planten. Kaum ein Spiel wirkt so aus einem
Guss wie dieses Stück Software. Auch in Sachen Sound gibt es nichts zu
kritisieren. So bekommt der Spieler bekannte und unbekannte Ohrwürmer
zu hören, welche ohne Ausnahme zum Geschehen passen. Alle Melodien
werden die Ohren des Spielers verwöhnen, werden sich in den Gedanken
einprägen, nicht zuletzt da sie von einem Orchester eingespielt wurden.
Fazit:
„Fazit? Hat da nicht jemand die Kritik vergessen?!?“, mag sich nun manch einer fragen. Nein, ich habe keine Kritik vergessen. Super Mario Galaxy
ist ein Spiel, das einen derartigen Eindruck hinterlässt, dass man sich
noch nach Jahren an den Titel erinnern wird. Und somit ist das Spiel
auch der neue Maßstab im Jump’n’Run-Genre. Super Mario Galaxy
ist das erste Spiel, welchem ich in jeglicher Kategorie die
höchstmögliche Wertung geben würde. Es gibt lediglich noch ein Wort zu
sagen: Kaufen. Simon