Vor gut vier Jahren erschien Metroid Prime in Europa. Die Entwickler (Retro Studios) hatten es geschafft das typische Metroid-Gefühl
in die dritte Dimension zu übertragen. So bekam das Spiel etliche
Awards und Wertungen weit über 90%. Nur eines blieb aus, der ganz große
Erfolg. Metroid Prime konnte sich bis dato weltweit zwar 2,77
Millionen mal verkaufen (Quelle: VG Chartz), doch für ein Spiel von
solch herausragender Qualität ist das irgendwo zu wenig. Der
Nachfolger, Metroid Prime 2: Echoes, wanderte weltweit nur noch 1,27 Millionen mal über die Ladentheke (Quelle: VG Chartz). Vom im Europa kürzlich erschienen Metroid Prime 3: Corruption
kann man wohl auch keine Wunder in Sachen Verkaufszahlen erwarten. Da
stellt man sich die Frage: An was mag das liegen? Teil 1 & 2 der
Trilogie waren – zumindest in meinen Augen – schon extreme
„Hardcore“-Spiele. Viel Backtracking und ein hoher Schwierigkeitsgrad,
das sagte selbst einem großen Teil von Nintendos Fangemeinde nicht zu.
Ob es Teil 3 besser macht? Lest einfach weiter und Ihr werdet es
erfahren....
Warum das Spiel für jeden interessant ist...
Gleich zu Beginn merkt man dem Spiel an, dass es anders ist.
Anders heißt in diesem Fall: Es ist mehr auf die Masse zugeschnitten.
So darf man zwischen zwei Schwierigkeitsgraden wählen, „Normal“ und
„Veteran“. Kenner der beiden Vorgänger, sollten zu „Veteran“ greifen,
denn hier bekommt man den serientypischen Schwierigkeitsgrad geboten.
Wer noch nie ein Spiel der Metroid Prime-Serie
hatte oder die Vorgänger zu frustig fand, der wählt „Normal“. Damit
sollte das Spiel vom Schwierigkeitsgard selbst für Anfänger kein großes
Problem darstellen. Alte Metroid-Hasen freuen sich übrigens auf
einen weiteren Schwierigkeitsgrad, welchen man nach dem Durchspielen
erhält. Auch anders: Der Anfang. Das Spiel knüpft direkt an Metroid Prime 2: Echoes
an. Ein paar Monate nach den Ereignissen auf Aether wird bei einem
Supercomputer der Föderation, Aurora-Einheit 242, eine Virusinfektion
festgestellt. Die Föderation vermutet dahinter einen Sabotageakt der
Piraten und beauftragt Samus Aran und drei andere Kopfgeldjäger damit,
der Sache auf den Grund zu gehen. Während der Besprechung wird die
Föderationsflotte jedoch von Weltraumpiraten angegriffen und so findet
sich der Spieler schon nach wenigen Spielminuten mitten in einem
Gefecht wieder. Ganz serienuntypisch kämpft man dabei Seite an Seite
mit den drei anderen Kopfgeldjägern und einigen Marines. So kommt einem
Metroid Prime 3: Corruption zu Beginn gar nicht wie ein Metroid
vor, sondern erinnert eher an einen Ego-Shooter. Fans von Samus Aran,
die jetzt um das Spielgefühl zittern, seien beruhigt. Zwar fehlt zu
Beginn des Spiels das typische „allein im All“-Gefühl, doch dieses
kommt nach und nach wieder. Genauer gesagt schon kurz nachdem der
Angriff der Weltraumpiraten überstanden ist. Während letzterem wird
Samus auch von einer alten bekannten mit Phazon verseucht, was dazu
führt, dass der Körper der Kopfgeldjägerin selbst Phazon produziert.
Zunächst ein Schock für das medizinische Personal der Föderation,
erweist sich die Phazon-Produktion von Samus als Segen. So bekommt
Samus eine neue Suit, PED-Suit (PED = Phazon Enhancement Devices)
genannt, mit welchem sie das Phazon nutzen kann. So kann sie ab sofort
in einen „Hypermodus“ umschalten, in welchem sie sehr viel mächtiger
ist. Jedoch geht dann jeder Schuss auf Kosten ihrer Energie. Im
Gegensatz zu den beiden Vorgängern verliert Samus diesmal also nicht
fast ihre komplette Ausrüstung. Dennoch gibt es von letzterer in den
Weiten des Alls noch viel zu finden. Teilweise kann man den ein oder
anderen Energie-Tank bzw. Missile-Container zwar nicht übersehen,
manche Items sind aber auch sehr, sehr gut versteckt und gar nicht so
leicht zu bekommen.
’Metroid Prime 3: Corruption’ – Ein episches Abenteuer über mehrere Planeten
Während die beiden Vorgänger noch auf je einem Planeten
(Tallon IV bzw. Aether) spielten, geht die Handlung von Teil drei auf
mehreren Planeten über die Bühne. Damit nimmt auch Samus’ Raumschiff
einen größeren Part ein. So dient es nicht nur dazu, zwischen den
einzelnen Planeten hin und her zu fliegen, sondern lässt sich auch in
Kämpfen nutzen. Dazu schält man einfach in den Command-Visor (der
Scan-Visor ist übrigens auch wieder mit dabei und verrät einem wie
gewohnt viele Details über Gegner & Co.) und ruft sein Schiff
herbei. Dieses lässt dann über einigen Gegnern ein paar Bomben fallen.
Natürlich gehen solche Aktionen nicht in jedem Raum. Um die Angriffe
effektiver zu gestalten lohnt es sich auch in den weiten des Weltalls
nach Erweiterungen für das Raumschiff zu suchen.
Grandiose Steuerung. Oder: Warum man nie wieder mit Analogsticks spielen will.
In der Theorie eignet sich die Wii wunderbar für Ego-Shooter,
doch in der Praxis wusste noch keiner zu 100% zu gefallen. Damit ist es
jetzt vorbei, denn Metroid Prime 3: Corruption
steuert sich absolut herausragend, um nicht göttlich zu sagen. Stellt
im Optionsmenü die Sensibilität unbedingt auf „Fortgeschritten“ und ab
geht die Post. Danach hat man fast schon das Gefühl blitzschnell jeden
einzelnen Pixel auf dem Bildschirm anvisieren zu können. Ansonsten ist
die Tastenbelegung auf Grund der vielen Möglichkeiten ziemlich komplex.
Legt man nach dem Abspann einen der Vorgänger oder auch irgendein
anderes Spiel ein, welches man aus der Ich-Ansicht steuert, dann kommt
man damit dank der altbackenen Steuerung gar nicht mehr zurecht. In
Sachen Steuerung ist Metroid Prime 3: Corruption also wirklich
die Referenz, plattformübergreifend. Durch die Steuerung fühlt sich
Teil 3 etwas mehr als ein Ego-Shooter an, als die beiden Vorgänger.
Insgesamt bekommt der Spieler aber wieder einen herausragenden Mix aus
spannenden Actioneinlagen und tollen Rätseln geboten.
Makellose Technik!
Technisch gibt sich das Spiel keine Blöße. Grafisch ist es das
bis dato das schönste Wii-Spiel. Und glaubt mir, es ist sichtbar
schöner als seine beiden Vorgänger. Das fängt bei besseren Texturen an
und hört bei tollen Effekten auf. Grafische Abwechslung wird ebenfalls
geboten. So sieht kein Planet gleich aus. Teilweise bietet sogar schon
ein einzelner Planet verschiedene Umgebungen. Der Sound dröhnt
orchestral aus den Boxen und untermalt das Geschehen perfekt. Metroid Prime 3: Corruption hat einen der Soundtracks, die für eine kleine Gänsehaut sorgen. Grandios!
Fazit:
Metroid Prime 3: Corruption ist eines der Spiele,
die man einfach haben muss. Hierbei handelt es sich wirklich um das
fast perfekte Spiel. Egal ob Gameplay, Technik, Steuerung oder
Atmosphäre. Hier stimmt einfach alles. Ich persönlich habe nur einen
kleinen Kritikpunkt, welchen ich auf Grund von Spoilerhaltigkeit nicht
nennen mag. Leute, geht in den Laden, kauft euch dieses Spiel und
genießt es. Ein Meilenstein!
+ Pro:
-Contra
geniale Steuerung
tolle Technik
atemberaubende Atmosphäre
ein Contra-Punkt, der ist aber Spoiler-haltig und bleibt geheim