Was habe ich mich gefreut, als die Testversion von
Crash Boom Bang!
in unserer Redaktion eintraf. „Endlich mal wieder ein Spiel mit
Crash!“, dachte ich. Schließlich war mir Crash als Charakter schon
immer sympathisch und ich mochte bereits die ersten Jump’n’Runs auf der
inzwischen doch schon ziemlich alten PlayStation. Nachdem ich das Spiel
umfangreich getestet habe und nun da sitze und dieses Review schreibe,
muss ich zugeben, dass ich sehr, sehr enttäuscht davon bin, dass es
sich bei
Crash Boom Bang! nicht um ein Jump’n’Run handelt.
Dimps, der Entwickler des Spiels, verwurstete Crash und seine Freunde
in einem Partyspiel, welches zunächst
Mario Party sehr ähnlich
ist. Inwiefern es sich vom Genreprimus unterscheidet, ob Partyspiele
auf Handhelds wirklich Sinn machen und ob der Brettspielausflug meinem
geliebten Crash wirklich gut tut, erfahrt hier und jetzt in meinem
Review …
Spiel / Gameplay: Steckt man das Spiel in den Modulschacht des
Nintendo DS und schaltet selbigen an, dann kommt man zunächst in ein
Menü. Hier stehen einem ‚Starten’, ‚DS-Download-Spiel’ und ‚Sprachwahl’
zur Verfügung. Nachdem man das Spiel einmal durch hat, kann man auch
den Schwierigkeitsgrad auswählen. Was man unter ‚Sprachwahl’ versteht,
dürfte klar sein. Der ‚DS-Download-Spiel’-Modus richtet sich an
Spieler, die mit ihren Freunden, welche kein eigenes Modul besitzen, im
Mehrspielermodus spielen wollen. Dabei stehen einem aber lediglich fünf
Minispiele zur Auswahl, welche nicht besonders herausragend sind, dazu
aber später mehr. Um das Minispiel zu wechseln, muss die Verbindung
getrennt werden und anschließend ein neues Minispiel gewählt werden.
Richtig los mit dem Spielen geht’s also erst unter dem Menüpunkt
‚Starten’. Hier darf man sich zunächst einen von zwei Spielständen
anlegen, danach kommt man in ein weiteres Menü, in welchem einem
folgende Punkte zur Auswahl stehen: ‚Festival-Modus’, ‚Mein Raum’ &
‚Story-Modus’. Bei ‚Mein Raum’ handelt es sich mehr oder weniger um
Optionen. Hier können auch die bereits freigespielten Minispiele
gezockt werden und Gegenstände mit anderen Spielern getauscht werden.
Um Gegenstände zu tauschen braucht allerdings jeder Spieler ein
Exemplar des Spiels, ebenfalls um alle Minispiele spielen zu können.
Nun will ich näher auf den ‚Story-Modus’ des Spiels eingehen …
Crash erhält eine mysteriöse Einladung …
… von Vicomte, einem Charakter aus dem Crash-Universum. Neben Crash
stehen dem Spieler natürlich auch noch Cortex, Pura, Coco & Co. zur
Auswahl. Nun aber wieder zur Einladung, welcher Crash natürlich nicht
widerstehen kann. Er nimmt an einem Rennen um die Welt teil, wobei man
statt Rennen besser Jagd sagen sollte. Denn es gilt einen Kristall zu
finden. Die Jagd nach dem Kristall entpuppt sich dann als Reise über
sechs Bretter, welche sich grundsätzlich in zwei Kategorien einteilen
lassen. Es gibt Spielbretter, auf welchen man so schnell wie möglich
ins Ziel kommen muss und es gibt Spielbretter, auf welchen man diverse
Teile sammeln muss. Sind alle Teile gefunden, egal von welchem Spieler,
wird das Brett beendet und der Spieler gelangt zum nächsten Spielbrett.
Auf jedem Brett gibt es verschiedene Felder, dazu zählen einige, die
einem Wumpa-Früchte abziehen bzw. dazu addieren. Im Gegensatz zu
Mario Party
findet aber nicht nach jeder Runde ein Minispiel statt, sondern nur
dann wenn ein Spieler auf ein entsprechendes Feld kommt. Es gibt 2- und
4-Spieler-Minispiele, welche bis zu 60 Sekunden gehen. Insgesamt sind
40 Minispiele enthalten, etwas wenig, wie ich finde. Außerdem gibt es
nur wenige, wirklich gute Minispiele. Die meisten Spielchen sind nicht
der Rede wert, manche sogar total frei von Spaß. Positiv ist aber
anzumerken, dass es Dimps zumindest versucht hat, die Features des DS
auszunutzen. So machen die Minispiele ausgiebigen Gebrauch von
Touchscreen und Mikrofon. Die Beschreibungen zu den Spielen sind leider
unzureichend, so dass man beim ersten Zocken oft nicht weiß, was man
jetzt eigentlich machen muss. Dementsprechend fällt dann auch das
Ergebnis aus. Allerdings sollte man in den Minispielen von Erfolg
gekrönt sein, denn diese bringen Punkte.
Und am Ende der sechs Bretter wird knallhart abgerechnet, wer am
meisten Punkte hat, hat gewonnen. Wo wir schon bei den Brettern sind,
diese sind zwar immer in unterschiedlichen Stilen gehalten (Stadt,
Vulkan, Meeresgrund, …), allerdings sind sie sich vom Gameplay her doch
zu ähnlich. Insgesamt haben die Bretter einfach zu wenig zu bieten, so
dass man sagen könnte: „Das muss ich noch mal spielen!“. Das man alle
sechs Bretter beim ersten Durchspielen in etwa zwei Stunden schaffen
kann, ist ein weiterer Negativpunkt aber vielleicht müssen Partyspiele
ja auch nicht umfangreicher sein, wer weiss.
Partyspiele auf mobilen Systemen …
Bereits Nintendo hat versucht die
Mario Party-Serie auf dem Game Boy Advance zu etablieren, so richtig klappen wollte dies aber nicht. Auch nach dem Spielen von
Crash Boom Bang!
kann ich sagen: Partyspiele auf Handhelds, das klappt noch nicht so
richtig! Dies hat einen einfachen Grund: Um Crashs neuestes Spiel im
Mehrspielermodus zu spielen, braucht jeder Spieler einen DS und ein
eigenes Modul. Hat man also nicht den passenden Freundeskreis, kommt es
einen ganz schön teuer das nötige Equipment zu kaufen. Bei Heimkonsolen
ist das anders, da braucht man nur ein paar weitere Controller, die
weit billiger sind als ein weiterer Nintendo DS + Spiel. Habt Ihr nur
einen Freund mit Spiel zur Hand, dann spielen im ‚ Festival-Modus’ noch
zwei vom Computer gesteuerte Charaktere mit. Diese glänzen, wie Ihr
Euch sicher denken könnt, nicht besonders durch Intelligenz und
Spielwitz und können richtig nervig werden. Im Spiel gibt es die
Möglichkeit über verschiedene Arten zu chatten. So kann jeder Spieler
zu fast jedem Zeitpunkt unter anderem Textnachrichten verschicken. Die
Bots machen von diesem Feature fleißig gebrauch, so dass teilweise
nahezu der komplette Bildschirm mit irgendwelchen belanglosen
Nachrichten zugebombt ist. Das kann vor allem in Minispielen sehr
nervig werden, da Ihr keine Sicht aufs Geschehen habt.
Wenigstens technisch einwandfrei?
Grafik / Sound: Im Gegensatz zum Gamplay-Bereich schlägt sich
das Spiel in Sachen Technik recht ordentlich. Dazu trägt vor allem die
3D-Grafik bei. Die Minispiele und auch die Bretter schauen ordentlich
aus und haben den ein oder anderen netten Effekt zu bieten. Besonders
gefallen haben mir die witzigen Animationen der Charaktere. Das Auge
bekommt durchweg solide Kost geboten.
In Sachen Sound hört man vor allem aus anderen Crash-Spielen bekannte
Melodien, welche durchaus auch hier gut ins Konzept passen und dank
Surround-Modus durchaus auch etwas bieten.
Back to the roots!
Fazit: Lieber Crash, wenn ich wieder ein Spiel mit dir spiele, dann bitte kein Partyspiel. Jeder der mit einem Kauf von
Crash Boom Bang!
liebäugelt, sollte das Spiel vorher anzocken. Grundsätzlich rate ich
aber eher von einem Kauf ab. Da ist das Geld bei einem der
Mario Party-Spiele auf dem Cube deutlich besser aufgehoben. Dies soll allerdings nicht heißen, dass
Crash Boom Bang! einfach nur schlecht ist, nein, das Spiel zeigt schon gute Ansätze, welche aber leider nicht voll ausgeschöpft wurden.
Game-Facts:
Pro (+)
- solide Optik
- hübsche Animationen
- netter Sound
Kontra (-)
- Spielbretter bieten zu wenig
- nur wenige, wirklich gute Minispiele
- Bots missbrauchen Chat-Funktion
- 1-Modul-Multiplayer zu dünn
Screenshots zu ‚Crash Boom Bang!’:
01
02
03
04
Wertung DS-Version:
Genre: Partyspiel
Entwickler: Dimps
Hersteller: Sierra
Umfang: wenige Stunden
Grafik: 78%
Sound: 77%
Gameplay: 60%
Einzelspieler: 57%
Mehrspieler: 61%
1-Modul-Multiplayer:
ja / nein
Touchscreen:
genial / sehr gut / gut / mäßig / schlecht
Doublescreeen:
genial / sehr gut / gut / mäßig / schlecht
Mikrofon:
genial / sehr gut / gut / mäßig / schlecht
Extras: -
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