Die Möglichkeit, den eigenen Wagen in unzähligen Varianten zu tunen und
sich damit in illegalen Straßenrennen zu beweisen, begeisterte doch so
gut wie jeden Rennspielfreak. Ob RPM Tuning noch was drauf legen kann
und eine gute Alternative zu Need for Speed: Underground ist oder ob
Ihr lieber auf Need for Speed: Underground 2 oder Midnight Club 3
warten sollt, erfahrt Ihr wie gewohnt in unserem Review...
Einleitung
Schlüpfen Sie in die Rolle von Vincent Riker. Infiltirieren Sie die
verschwiegene Tuning-Mafia der Vereinigten Staaten und holen Sie sich
Ihr gestohlenes Auto zurück. Schleusen Sie sich in die Gang ein und
beweisen Sie allen, dass Sie der Beste sind! Verdienen Sie sich den
Respekt Ihrer Gegenspieler und lüften Sie das Geheimnis des Diebstahls.
Spiel / Gameplay: Im so genannten Abenteuer-Modus dient eine
fiktive Stadt ohne Namen als Schauplatz, die allerdings stark der
US-Westküsten Metropole Los Angeles ähnelt. Eure Aufgabe ist es nun, in
über 50 Missionen einen gestohlenen Wagen zurückzuholen und
schlussendlich die Drahtzieher der Untergrund-Szene dingfest zu machen.
Die in die Story eingebetteten Missionsziele gestalten sich dabei
weitestgehend abwechslungsreich. Jeder Level beinhaltet mehrere
Aufgaben. So müsst Ihr zunächst innerhalb eines Zeitlimits zum
Zielpunkt rasen, danach Duelle für Euch entscheiden,
Viertelmeilenrennen siegreich austragen und Turniere über verschiedene
Streckenabschnitte erfolgreich absolvieren. Zudem kommen vereinzelte,
direkt auf die Story bezogene Aufgaben. Da gilt es zum Beispiel nach
einem Wettbewerb der Polizei zu entkommen, an anderer Stelle einem
Freund den Rennsieg zu sichern oder flinken Autodieben das Handwerk zu
legen. So dringt Ihr immer tiefer in die Tunerszene ein und gewinnt das
Vertrauen von, vor allem für den weiteren Spielverlauf wichtigen
Personen. Die Stadt gefällt dabei mit enormem Umfang was die Strecken
betrifft. Ihr dürft Euch auf mehr als 100 Kilometer befahrbare Straßen
freuen. Dabei steht auch die Abwechslung im Vordergrund, denn die Stadt
bietet eine riesige Infrastruktur und alle Abschnitte sind miteinander
vernetzt. So rast Ihr mal durch die Innenstadt, über den Highway, am
Strand entlang oder verbringt Eure Zeit in den Bergen.
„Vielfallt an Tuning-Möglichkeiten: Über 1 Million sichtbare Möglichkeiten und 200.000 Möglichkeiten unter der Motorhaube.“
Einzelspieler werden zudem mit hübschem Reflection- und
Environment-Mapping auf Ihren Hochglanzboliden sowie zusätzlichem
Zivilverkehr und einem sichtbaren Schadensmodell bedient. Das hat
jedoch keine Auswirkungen auf das Fahrverhalten und bringt auch keine
teuren Reparaturen oder Verschleißerscheinungen mit sich. Selbst der
Lachgasvorrat für Euren Turbo wird nach jedem Rennen wieder gratis
aufgefrischt und auch das Umlackieren von Karosserieteilen oder
Anbringen von Aufklebern steht Euch jederzeit kostenlos zur Verfügung.
So könnt Ihr jeden sauer verdienten Credit ins Tunen Eurer leider nicht
lizenzierten, aber trotzdem unverkennbar bekannten Modellen
nachempfundenen Boliden stecken und neben Spoilern sowie Motor- und
fahrwerksbezogenen Veränderungen auch Autoradios, Edelfelgen,
Spezialscheinwerfer oder neue Außenspiegel erstehen. Die
Kombinationsmöglichkeiten sind im Gegensatz zu den verfügbaren
Fahrzeugmodellen, die Ihr problemlos an den Fingern abzählen könnt,
jedenfalls nahezu grenzenlos und perfekt auf das jeweilige Fahrzeug
abgestimmt.
Einschränkungen gibt es auch bei der umständlichen und ladeintensiven
Menüführung, wo Ihr jedes freigespielte Tuningteil in penibler
Kleinarbeit ausfindig machen und jede Menge Ladepausen über euch
ergehen lassen müsst, die nicht einmal dann ausbleiben, wenn Ihr ein
bereits begonnenes Rennen nochmals neu starten wollt. Noch ärgerlicher
ist allerdings die fehleranfällige Speicherfunktion, die sich gerade zu
Spielbeginn oft partout weigert, alte Spielstände zu überschreiben oder
zu laden, was bei einer Verkaufsversion einfach nicht vorkommen darf.
Grafik / Sound: Mittelmäßige Grafik und durchschnittlicher Sound
sind meilenweit vom Vorbild entfernt. Einige Spezialeffekte können dann
aber doch überzeugen. Beispielsweise beginnt der komplette Bildschirm
bei vollem Nitro-Boost zu glühen, ein selten gesehener Verzerreffekt.
Die Motorensounds klingen gegenüber der Konkurrenz zwar schwach,
dennoch gefallen andere Punkte wie quietschender Reifengummi, zischende
Nitro-Anlagen oder stampfende Schaltgeräusche sehr gut.
Fazit: Der Karrieremodus ist durchdacht, bietet aber wenig
innovatives. Storylastige Zwischensequenzen und die zahlreichen
Tuningoptionen sind hier das Highlight. Zudem langweilen die beiden
anderen Spielmodi recht bald. Der sogenannte 'Tune & Race'-Modus
ist nichts anderes wie Vincent Rikers Abenteuer, nur ohne Story.
Technisch zwar kein Kunststück, dafür stimmt der Preis mit knapp 30
Euro. Für wartende NFSU-Fans eine gute Alternative um die lange
Wartezeit bis Herbst zu überbrücken.
Game-Facts:
Pro (+)
- viele Tuning-Möglichkeiten
- handliche Steuerung
- Force-Feedback-Support
Kontra (-)
- keine lizenzierten Fahrzeuge
- linearer Spielverlauf
- lange Ladezeiten
- zu wenig Fahrzeugmodelle
Screenshots zu RPM Tuning:
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Wertung PS2-Version:
Genre: Rennspiel
Publisher: Wanadoo
Umfang: 10h+
Grafik: 72%
Sound: 70%
Spielspaß: 74%
Multiplayer: 75%
Extras: Dolby Surround Pro Logic II
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