Need For Speed Carbon erschien bereits im November 2006 für die Xbox
360, den PC sowie auf alle anderen aktuellen Konsolen. Wir haben
bereits die Xbox 360-Fassung für Euch getestet. Pünktlich zum
PlayStation 3-Start legt Electronic Arts nun die PS3-Version nach. Was
bekommen wir hier vorgesetzt? Eine simple Portierung oder eine
grandiose Anpassung an die PS3-Hardware? Dies und mehr im folgenden
Test…
Spiel / Gameplay: Ende des letzten Jahres guckten alle
PlayStation-Jünger dumm aus der Wäsche. Zwar bediente Electronic Arts
auch die PlayStation 2 mit einer Version von ‚Need For Speed: Carbon’,
jedoch war diese technisch ziemlich mies. Fiese Ruckler und
durchschnittliche Texturen sorgten dafür, dass NFS: Carbon auf Sony’s
schwarzem Kasten (PS2) kein richtiger Hit wurde. Dies soll sich nun mit
der PlayStation 3 ändern. Dank deutlich mehr Hardware-Power soll alles
besser werden. Inhaltlich nehmen sich Xbox 360 und PlayStation 3
nichts. Nach wie vor bildet der Karriere-Modus das Herzstück des
Spiels. Zu Beginn sucht Ihr Euch eine Fahrzeugklasse aus (Tuner,
Exoten, Muscle Cars) mit der Ihr beginnen wollt. Dann arbeitet man
Rennen für Rennen die unzähligen Events ab. Darunter die alt bekannten
Rundkurse, Polizeiverfolgungsjagden, Drifttrennen sowie hitzige Sprint-
und Radarfallenrennen.
Nicht zu unterschätzen ist der Tuning-Part des Spiels. Ihr
könnt Eure Kisten in NFS: Carbon ordentlich aufmotzen. Dies jedoch
nicht nur unter der Haube, sondern auch optischer Natur. Egal ob neue
Front- beziehungsweise Heckschürze, neue Motorhaube, diverse Spoiler
oder die allseits beliebte Lachgaseinspritzung – Carbon lässt keine
Wünsche offen. Tuning kostet allerdings Geld und das muss man sich
durch erfolgreiches absolvieren der verschiedenen Rennevents erst
einmal verdienen. Neu in ‚Need For Speed: Carbon’ ist das
Autosculpt-Feature. Mit dessen Hilfe könnt Ihr ganz individuelle
Tuningteile erstellen – quasi nach Eurem persönlichen Gusto.
Im Team geht’s besser…
Weiterhin neu ist das Crew-Feature. Durch die Spielstory eingebundenen
Spieler soll dem Spiel eine Crew vermittelt werden, welche Euch im
Ernstfall hilft. Hierbei stehen im späteren Verlauf des Spiels
unterschiedliche Helfer zur Wahl. Als da wären: ein Blocker, wie der
Name schon sagt, blockiert er auf Knopfdruck einen der Widersacher und
hält Euch so den Rücken frei. Des Weiteren gibt es die Scouts, sie
suchen Abkürzungen für Euch. Zu guter letzt gibt’s noch die Schlepper,
fahrt Ihr in deren Windschatten, schaltet das Spiel einen weiteren
Turbo-Gang hinzu. Eure Crew-Mitglieder sind jedoch nicht nur während
der Rennen als Hilfe zu betrachten. Lasst Ihr sie einfach fahren, kann
es durchaus mal vorkommen, dass einer Eurer Team-Mitglieder das Rennen
für Euch gewinnt. Praktisch: die Siegerprämie kassiert Ihr.
Gefahren wird in ‚Need For Speed: Carbon’ prinzipiell nur bei
Nacht. Das Setting ist dementsprechend leider ziemlich eintönig.
Verwöhnte ‚NFS: Most Wanted’-Spieler erinnern sich gern an die
abwechslungsreichen Gegenden zurück. Zwar versucht auch NFS: Carbon
abwechslungsreich zu wirken, aufgrund der ständigen Nacht gelingt dies
aber leider nicht immer. Zwar gibt’s auch ein kleines Wettersystem,
welches spontan einsetzenden Regen verursacht, mehr jedoch auch nicht.
Echte Schauspieler aus der Bluebox
EA-typisch legte man auch bei Carbon sehr viel Wert auf eine
schicke Präsentation der Storysequenzen. Alle Cut-Szenen wurden mit
echten Schauspielern in einer Bluebox erstellt. Qualitativ wirken diese
Sequenzen grandios! Die Story bietet jedoch keine allzu anspruchsvolle
Kost, lockert das Renngeschehen aber gekonnt auf.
Die Entscheidungen fallen im Canyon…
Kommen wir nun zum letzten neuen Feature von ‚Need For Speed:
Carbon’, dem Canyon-Rennen. Habt Ihr einen Stadtteil komplett unter
Eurer Kontrolle, geht es zum finalen Entscheidungsrennen in den Canyon.
Das Besondere: die Straßen sind eng und äußerst kurvig. Es kann gut und
gern mal passieren, dass Ihr aufgrund einer Unachtsamkeit den Abhang
hinunter stürzt. Im Canyon-Rennen zählt nicht, wer als Erster über die
Ziellinie fährt. Vielmehr müsst Ihr versuchen so nah wie möglich am
Gegner dran zu bleiben. Das Finalrennen erstreckt sich über zwei
Runden. Habt Ihr den Bossfight gemeistert, gewinnt Ihr mit etwas Glück
das gegnerische Fahrzeug.
Selbstverständlich hat NFS: Carbon abseits des Karriere-Modus'
noch mehr zu bieten. Es gibt auch noch einen fordernden
Herausforderungsmodus. Hier bekommt Ihr eine Aufgabe vorgesetzt – z.B.
das Ihr der Polizei entkommen müsst. Außerdem gibt’s zeitgemäß einen
Online-Mehrspieler-Modus. Tretet in hitzigen Rennen, darunter wieder
alle Rennvariationen (Sprint, Rundkursrennen etc.), gegeneinander an.
Die Performance war während unserer Testsessions zu jeder Zeit
tadellos. Es traten keinerlei Lags oder Verbindungsabbrüche auf. Gut
gemacht EA!
Technischer Stillstand
Grafik / Sound: Technisch ist ‚Need For Speed: Carbon’ auch auf
der neuen PlayStation 3 grundsolide. Die Fahrzeuge sind aufgrund der
Umgebungsspiegelungen auf dem Lack sehr ansehnlich inszeniert. Die
Umgebungen sind bunt und huschen ohne Pop-Ups an einem vorbei.
Grundsätzlich finden wir die Spielgeschwindigkeit jedoch etwas zu
langsam. Zeitweise erleidet das Spiel auch unschöne Ruckler, was den
Gesamteindruck schmälert. Wir würden sogar mal behaupten, dass Spiel
ruckelt an denselben Stellen wie die Xbox 360-Version. Alles in allem
sieht man dem Spiel nicht wirklich an, dass es auf der leistungsfähigen
PS3 läuft. Die Unterschiede zur Xbox 360-Version muss man unserer
Meinung nach schon mit der Lupe suchen. Die Texturen könnten minimal
schärfer wirken, was jedoch vornehmlich an der digitalen
HDMI-Schnittstelle liegen wird. Für einen eventuellen Nachfolger würden
wir uns aber wieder ein Setting bei Tageslicht wünschen. Blitzenden
Chrom und nie endende Nächte haben wir nun wirklich genug gesehen.
Am Sound hingegen haben wir nichts auszusetzen. Die Motoren röhren
herrlich. Gerade Besitzer einer Dolby Digital-Anlage werden ihre wahre
Freude haben. EA-typisch gibt’s auch wieder einen lizenzierten
Soundtrack. Die Sprachausgabe ist komplett in deutscher Sprache.
Fazit: ‚Need For Speed: Carbon’ macht auch auf der PlayStation 3
eine gute Figur, wenn man dem Spiel auch die technische Überlegenheit
der PS3 nicht ansieht. Das Spiel ruckelt leider immer noch ab und zu.
Auch das Geschwindigkeitsgefühl könnte besser sein. Im Grunde liefert
EA eine solide Portierung der Xbox 360-Version ab. Das Spiel fesselt
aufgrund seines motivierenden Karriere-Modus einige Stunden an den
Fernseher. Für’s nächste ‚Need For Speed’ würden wir uns jedoch mal
wieder eine andere Tageszeit wünschen. Das Crew- sowie
Canyon-Race-Feature lockert die Serie gekonnt auf.
Game-Facts:
Pro (+)
- grandios inszenierte Zwischensequenzen
- klasse Sound
- hoch motivierend
- nettes Crew-Feature
- hübsche Grafik…
Kontra (-)
- …welche leider ab und zu ruckelt
- wenig Neuerungen
- wieder mal nur Nachtfahrten
Screenshots zu Need For Speed: Carbon:
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08
Wertung PS3-Version:
Genre: Rennspiel
Publisher: Electronic Arts
Umfang: 20h
Grafik: 82%
Sound: 85%
Spielspaß:
85%
Multiplayer:
86%
Extras: keine
Savegame: 341KB
Online: 1-8 Spieler
Auflösung: 480p, 720p
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