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Silent Hill 4 The Room (PS2)
8.5
out of 10
N/A
out of 10

Die Silent Hill-Serie sorgte schon so ziemlich bei jedem Horror-Fan für Gänsehaut. Nachdem sehr guten ersten Teil, lieferte Konami promt zwei Jahre später das Sequel mit einer völlig neuen Geschichte. Schauplatz war jedoch wieder das namens gebende Örtchen Silent Hill. Teil 3 beantwortete Story-technisch die offen gebliebenen Fragen des ersten Teils. Mit dem nun mehr vierten Teil geht Konami gänzlich neue Wege…

Spiel / Gameplay: Herzstück von Silent Hill 4 The Room ist die Wohnung von Henry Townshend. Nach einem kurzen, sehr beklemmenden Eröffnungs-Szenario, indem sich Henry zwar auch in seinen eigenen vier Wänden befindet, diese aber absolut herunter gekommen aussehen, erwartet Euch direkt der erste Schreck. Man kann sich die Umgebungen so schmuddelig wie die Parallelwelt aus dem dritten Teil vorstellen. Zu seinem Pech, besitzt seine Wohnung weder eine Tür noch funktionierende Fenster. Er ist eingesperrt. Ängstlich erkunden wir die Zimmer und entdecken mehr oder weniger normale Dinge an den Wänden. Als ich mich in Richtung Abstellkammer umdrehe, beginnt eine Zwischensequenz. Plötzlich springt der Putz an den Wänden und ein ekelhaftes Monster klettert aus der Wand. Man kann diese Cut-Szene kaum in Worte fassen. Ihr werdet es erleben, dass Ihr mit offenem Mund vor dem Fernseher sitzt und Euch zudem ein eiskalter Schauer den Rücken runter läuft. Nach weiteren Sekunden kommt Ihr abermals in eurer Wohnung zu euch. Dies mal ist aber alles ganz gewöhnlich, nichts ist mehr von der vorherigen Schmuddel-Optik übrig geblieben. Vorsichtig taste ich mich vor, schaue mich in Henrys Schlafzimmer um, entdecke neben dem Schreibtisch ein Telefon auf dem Nachttisch. Ich greife zum Hörer – nichts. Als nächstes beschließe ich ins Wohnzimmer zu gehen, um nach dem rechten zu sehen. In diesem Moment klingelt plötzlich das Telefon – eben ging es doch noch nicht. Schnell greift Henry in der darauf folgenden Sequenz zum Hörer und sagt leise ‚Hallo’. Eine Stimme antwortet Ihm: ‚Helfen…Sie mir’. Noch bevor er den Telefonapparat richtig in der Hand hat, stellt er fest, dass jemand das Telefonkabel durchgeschnitten hat – aber wie kann dann jemand am Telefon sein?

Spätestens jetzt ist auch dem letzten von Euch klar, dass hier irgendetwas überhaupt nicht stimmt. Silent Hill 4 The Room setzt die beklemmende Stimmung im aktuellen Ableger konsequent fort. Nachdem man sich etwas vom ersten Schock erholt hat, stellt man fest, dass der Weg nach draußen von einem Dutzend Ketten versperrt ist. Einen Blick ins Freie kann man lediglich durch das Fenster, den Spion oder ein Loch in der Wand zur Nachbarin erhaschen. Der Fernseher hat keinen Empfang und auch das Radio spielt nicht wirklich unterhaltsame Musik. Ganz im Gegenteil. Im weiteren Verlauf des Spiels, könnt Ihr hier ziemlich unangenehme News hören. Außerdem findet Ihr im Spiel eine Kassette, welche mit dem Gerät abgespielt werden kann.
Der scheinbar einzige Ausweg aus dieser Misere ist wohl das Loch in der Badezimmerwand. Dieses funktioniert wie eine Art Dimensionstor und führt Euch in die verschiedenen Welten von Silent Hill 4 The Room. Die Levels des Spiels sind allerdings alles andere als normal. Egal ob Ihr durch eine gruselige U-Bahn Station streift oder im schmuddelig anmutenden Krankenhaus nach Antworten sucht, die Spielabschnitte sind hervorragend in Szene gesetzt. Während Eures Abenteuers stoßt Ihr auf weitere Dimensionstore, welche Euch wieder ins sichere zu Hause befördern. Dieses sollte auch des Öfteren aufgesucht werden. Denn nur hier ist es möglich in Silent Hill 4 The Room zu speichern. Außerdem könnt Ihr in Henrys Apartment ganz in Resident Evil-Manier per Kiste euer Inventar verwalten und nicht benötigte Gegenstände zurücklassen. Das ist zwar zeitweise ziemlich nervig, wenn dann plötzlich das Inventar voll ist und Ihr aber gerade den alles entscheidenden Gegenstand findet. So müsst Ihr nämlich erst zurück in Henrys Wohnung um Platz zu schaffen.
Die Entwickler haben es außerdem verstanden das Apartment in die Handlung mit einzubeziehen. Denn der Wohnraum ändert sich ständig. Mal beginnt der Trockner Blut zu spucken oder Ihr findet seltsame Botschaften unter der Wohnungstür, welche immer neue Fragen aufwerfen oder eben diese beantworten. Es gibt beispielsweise ein Rätsel, das Ihr nur lösen könnt, wenn Ihr in einem Level zahlreiche Hinweise unter Henrys Tür schiebt. Die Zettelchen könnt Ihr dann in aller Ruhe bei ihm zu Hause lesen und auswerten.

“In Sachen Atmosphäre ist Silent Hill immer noch ungeschlagen. Und auch der vierte Ableger der erfolgreichen Horror-Serie gibt sich in diesem Punkt keine Blöße.“

In Sachen Atmosphäre ist Silent Hill immer noch ungeschlagen. Und auch der vierte Ableger der erfolgreichen Horror-Serie gibt sich in diesem Punkt keine Blöße. Die Monster sind zwar im neuesten Teil weniger krank designt worden, überzeugen aber durch Ihr plötzliches und schockierendes Auftreten. Euch wird des Öfteren sicher fast das Herz stehen bleiben, wenn ein Zombie auf einmal sehr merkwürdige Geräusche von sich gibt und es vorher totenstill war. Auch die scheinbar lebendigen Rollstühle und die zweiköpfigen Dämonen sorgen für Gänsehaut-Feeling. Ärgerlich sind hingegen die Zombies. Denn wer denkt, dass man diese Biester einfach so erledigen kann, hat sich geschnitten. Denn die Untoten sind in der Tat nicht tot zu kriegen. Immer wieder rappeln sie sich hoch und trachten Euch nach dem virtuellen Bildschirmleben. Das nervt auf Dauer ziemlich.
Ihr seid den Monstern selbstverständlich nicht schutzlos ausgeliefert. Die Entwickler bauten verschiedene Schlaginstrumente, wie Eisenstangen, Golfschläger oder eine Pistole ins Spiel ein. Neu in Teil 4 ist die aufladbare Schlaganzeige. Ihr könnt entweder mehrere kleine Schläge ausführen oder einen besonders kräftigen.
Rund zwei Drittel des Spiels seid Ihr allerdings nicht mit kämpfen, sondern mit den teils recht anspruchsvollen Rätseln beschäftigt. Ihr sammelt auf Euren Streifzügen Gegenstände, Zahlenkombinationen und viele, sehr viele Hinweis-Zettelchen, welche im Tagebuch gespeichert werden. Schon auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad wird der Grips ordentlich gefordert. Die Rätseleinlagen sind zwar alle logisch aufgebaut, zwingen den Spieler jedoch an manchen Stellen etwas um die Ecke zu denken.

Grafik / Sound: Grafisch spielt Silent Hill 4 The Room ganz klar in der Spitzenliga mit. So Messer-scharfe Texturen und grandios designte Charaktermodelle gab es bisher fast nur in den Silent Hill-Spielen. Der Detailsreichtum der verschiedenen Figuren ist schon beihnahe Angst einflössend. Die Charaktere machen einen glaubwürdigen Eindruck und selbst Mimiken und Gestiken sind klar zu erkennen. Die Umgebungsgrafik sieht ebenfalls fantastisch aus. Angefangen bei Henrys Wohnung, welche ständig irgendwie schmuddelig ausschaut, bis hin zu den Außenlevels mit den dunklen Waldabschnitten und beklemmenden Wohnvierteln. Die Entwickler haben einfach alles richtig gemacht. Das einzige was man dem Hauptcharakter vorwerfen könnte, ist eine gewisse Emotionslosigkeit. Denn wenn eine Person im Spiel stirbt, sieht man ihm seine Trauer beziehungsweise den Schock nicht wirklich an. Wir erinnern uns zurück an Silent Hill 2 zurück. Als Mary starb war James richtig verzweifelt und wusste nicht, wie sein Leben weiter gehen sollte. Das vermisst man beim vierten Teil etwas.

In Sachen Sound gibt es eigentlich bis auf eine Sache nichts zu bemängeln. Fangen wir gleich mit der Kritik an: Warum ist das Spiel Gott verdammt nur in Stereo und nicht wie bei anderen Spielen üblich in Dolby Pro Logic II kodiert? Das hätte dem ganzen Szenario letztendlich noch die Krone aufgesetzt. Ich meine, nicht das der Ton schlecht abgemischt wäre, man kann schon deuten ob etwas direkt neben einem passiert oder eben ein Geräusch aus weiterer Entfernung zu vernehmen ist, jedoch wäre in einer eventuellen Fortsetzung eine Dolby Pro Logic II beziehungsweise Dolby Digital 5.1-Abmischung wünschenswert. Die Sprecher haben ihren Job sehr gut gemacht. Man hat die Sprachausgabe komplett im englischen gelassen und lediglich mit deutschen Untertiteln versehen. Innerhalb der Spielabschnitte sparte man sich ein immer wiederkehrendes Musik-Gedudel, sondern setze auf plötzlich einsetzende Musik oder beängstigende Geräusche.

Fazit: Silent Hill 4 The Room ist nach wie vor die Mutter aller Horror-Spiele, glänzt aber im neuesten Ableger nicht mit großartigen Innovationen. Vielmehr hat man sich bei Konami eine spannende Story ausgedacht und diese in ein etwas altbackenes Gameplay gepackt. Trotzdem: Die Umgebungen sind schaurig schön und auch der Umfang von 15-20 Stunden kann sich sehen lassen. Für einen eventuellen Nachfolger würden wir uns aber zumindest mehr Neuerungen sowie ein digitales Tonformat wünschen.


Game-Facts:

Pro (+)

- grandiose Inszenierung
- Bombast-Optik
- wendungsreiche Story
- beklemmende Atmosphäre

Kontra (-)

- wenig Neuerungen
- nichts für Herzkranke
- lediglich Stereo-Sound

Screenshots zu Silent Hill 4 The Room:

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Wertung PS2-Version:

Genre: Action-Adventure
Publisher: Konami
Umfang: 20h+
Grafik: 92%
Sound: 85%
Spielspaß: 88%
Multiplayer: -
Extras: keine

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